NIERENERKRANKUNGEN

DIE HEIMLICHE KRANKHEIT
AKTUELLES ZUR CHRONISCHEN NIERENINSUFFIZIENZ (CNI
QUELLE: KATZEN-EXTRA HEFT: 03.2009
(Gong Verlag GmbH & Co. KG)
(© Text: Silke Ellerkamp, Tierärztin – Bilder: Binder, Dr. G. Lösenbeck)

Erst wenn die Katze sich öfter erbricht, nicht fressen mag und vielleicht schon etwas abgemagert ist, bemerken viele Halter,
dass ihr Tier ernsthaft erkrankt ist. Das ist kein Zeichen dafür, dass diese Besitzer keine liebevollen Katzenhalter sind. Es ist vielmehr bezeichnend für die Heimtücke der CNI. Denn zeigt die Katze erstmals Symptome, muss man leider davon ausgehen, dass bereits mehr als 75 – 85% des Nierengewebes unwiederbringlich zerstört sind.
Die Unauffälligkeit der Krankheit in ihren früheren Stadien ist auch der Grund, warum ihre Verbreitung nur geschätzt werden kann. Dennoch gehen Wissenschaftler und Tierärzte davon as, dass ca. 10% aller Katzen über 7 Jahren und sogar ein Drittel aller Katzen über 10 Jahren an einer CNI erkrankt sind. Die CNI soll eine der häufigsten Todesursachen bei Katzen sein. Doch was genau ist unter einer CNI zu verstehen?
WAS IST DIE CNI?
VIELE URSACHEN
- Entzündungen der Nieren
- Erbkrankheiten
- Nierensteine
- Infektionen: z.B. FIP
- Bluthochdruck
- Krebserkrankungen
All diese äußeren Einflüsse haben gemeinsam, dass sie Nierengewebe zerstören. Diese Zerstörung von Nierengewebe setzt ab einem gewissen Punkt einen Teufelskreis in Gang.
TEUFELSKREIS DER ZERSTÖRUNG
Doch mit der Zeit überfordert die Mehrarbeit das Gewebe. Es nimmt Schaden und stirbt schließlich ab. Je mehr Gewebe untergegangen ist, desto mehr zusätzliche Arbeit muss das verbleibende gesunde Gewebe leisten. Und je mehr Mehrarbeit, desto rascher ist das Nierengewebe überfordert. Beschleunigt wird dieser Teufelskreis noch von der schädlichen Wirkung eines sonst sehr nützlichen Mineralstoffes.



PHOSPHAT BESCHLEUNIGT DEN UNTERGANG
Wesentlich ist, dass der sekundäre Hyperparathyreoidismus letztlich zu einer Entkalkung der Knochen und einer Verkalkung der Nieren führt. Diese Verkalkung der Nieren beschleunigt das Absterben des Gewebes und damit das Fortschreiten der Erkrankung.
WEITREICHENDE FOLGEN DER CNI
- Harnvergiftung (Urämie)
- Phosphatüberschuss und sekundärer Hyperparathyreoidismus
- Organ- und Blutgefäßverkalkung (Nierenverkalkung)
- Bluthochdruck
- Blutarmut
- Entkalkung der Knochen (Risiko von Knochenbrüchen)
- Gefahr der Austrocknung
- Infektionen der Harnwege
- Appetitlosigkeit und Abmagerung
DIE DIAGNOSE DER CNI
- großer Durst
- vermehrtes Wasserlassen
- eine Abnahme der Aktivität
- erhöhtes Schlafbedürfnis
- wechselnder Appetit
- Erbrechen und Gewichtsverlust
Diese Problem können gemeinsam, aber auch nur alleine oder zweit auftreten.
Bevor es zu diesen klinischen Symptomen kommt, verändern sich jedoch die Harn- und Blutwerte der Katze. Der Harn von Nierenkranken ist verdünnt. Ablesbar ist dies am Spezifischen Gewicht (SG), sinkt es unter eine Marke von 1.035, ist das Tier sehr wahrscheinlich krank. Darüber hinaus sind häufig auch Eiweiße im Harn zu finden und andere Eigenschaften verändert.
Im Blut fallen erhöhte Werte von Harnstoff und Kreatinin, beides Stoffe aus dem Eiweißstoffwechsel, auf. Die Höhe der Kreatininwerte dient Tierärzten als Maßstab zur Klassifizierung der verschiedenen Stadien der CNI (s. Tabelle Stadien der CNI bei der Katze).

Um eventuell doch eine Ursache herauszufinden und um möglichst alle Begleiterkrankungen der CNI festzustellen, wird der Tierarzt beim Verdacht auf eine CNI umfangreiche Untersuchungen durchführen und veranlassen.
Hierzu gehören beispielsweise weitere Harn- und Blutuntersuchungen, eventuell ein Nierenfunktionstest, die Feststellung der Glomulären Filtrationsrate (Gesamtvolumen des Harns (GFR), Röntgen, Ultraschall usw.


DIE ZIELE DER NIERENTHERAPIE
Außerdem müssen Folgeschäden bzw. Folgeerkrankungen behandelt werde, um die Auswirkungen, die die Nierenkrankheit auf den ganzen Organismus hat, zu lindern. Schließlich, und dies ist wohl das wichtigste Ziel, soll der tierische Nierenpatient sein Leben trotz Erkrankung genießen.
PHOSPHATREDUKTION ALS GRUNDPFEILER DER BEHANDLUNG
PHOPHATKONTROLLE DURCH NIERENDIÄTEN
Doch eine extreme Phosphatreduktion in der Katzennahrung ist meist mit einer starken Verringerung von eiweißreichen (proteinreichen) Zutaten tierischen Ursprungs verknüpft. Denn Fleisch, Fisch und Innereien enthalten von Natur aus viel Phosphat.
In späten Stadien der Erkrankung ist eine Proteinreduktion auch sinnvoll, denn sie kann dabei helfen, die Anhäufung giftig wirkender Abbauprodukte aus dem Eiweißstoffwechsel (z.B. Ammoniak) gering zu halten.
Früher glaubte man außerdem, dass die Senkung des Eiweißanteils in der Nahrung die Nieren schützen könne.
Neuere Studien weisen jedoch daraufhin, dass eine Eiweißreduktion keinen schützenden Effekt auf die Nieren hat.
Daher ist eine Proteinreduktion in frühen Stadien der Niereninsuffizienz nicht nötig und sogar eher unerwünscht.
Denn Katzen sind als hochspezialisierte Fleischfresser auf tierische Nahrung angewiesen. Darüber hinaus wird eine eiweißarme Kost von den Tieren häufig abgelehnt. Daher ergeben sich häufig Umstellungsschwierigkeiten, wenn die Tiere auf eine proteinarme Nierendiät gesetzt werden.

SPEZIELLE WIRKSTOFFE MACHEN PHOSPHAT UNSCHÄDLICH
In frühen Stadien der CNI kann es genügen den Phosphatbinder mit dem gewohnten Futter anzubieten, um die gewünschten Effekte zu erzielen.
In fortgeschrittenen Fällen ist Kombination mit einer Nierendiät therapeutisch sinnvoll. Denn Nierendiäten sind ganz auf die besonderen Bedürfnisse der nierenkranken Katze zugeschnitten.
Bei Tieren jedoch, die keine Nierendiät fressen, stellt die Zugabe eines Phosphatbinders zum gewohnten Futter die einzigste Möglichkeit dar, die Phosphataufnahme zu kontrollieren.
Denn gerade bei nierenkranken Katzen ist es von größter Bedeutung, dass sie überhaupt fressen, weil ein Mangel an Energie und Nährstoffen bei diesen Patienten rasch in einen lebensbedrohlichen Zustand führen kann.

NEUER PHOSPHATBINDER
Für die nierenkranke Katze gibt es nun mit Renalzin ® ein Präparat, das den erfolgreichen Wirkstoff Lantharenol ® enthält. Renalzin ® kann sowohl mit dem gewohnten Futter als auch mit einer Nierendiät vermengt werden. Renalzin ® ist geschmacksneutral und wird vermischt mit dem Futter problemlos gefressen.
In verschiedenen klinischen Studien konnte Renalzin ® bereits seine hervorragende Wirksamkeit und sehr gute Verträglichkeit beweisen. Katzenhalter wie Tierärzte stellten eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der mit Renalzin ® behandelten Tiere fest. Darüber hinaus beobachteten die Katzenhalter auch, dass ihre Tiere mit Renalzin ® wieder aktiver waren. Symptome wie Erbrechen, großer Durst u.a. nahmen deutlich ab.
LEBEN MIT CNI
Vorraussetzung hierfür ist allerdings, dass man den Nierenschaden rechtzeitig erkennt. Eine Früherkennung der Erkrankung ist nur durch regelmäßige Blut- und Harnuntersuchung beim Tierarzt möglich, weil Katzen erst sehr spät im Verlauf der CNI Krankheitssymptome zeigen. Überprüfung der Nierenwerte vor allem für Katzen ab einem Alter von acht Jahren. Fragen Sie einfach einmal Ihren Haustierarzt oder Ihre Haustierärztin danach.
QUELLE: KATZEN-EXTRA HEFT: 03.2009
(Gong Verlag GmbH & Co. KG)
Herzlichen Dank für die schriftlich Genehmingung zur Veröffentlichung des aktuellen Artikels
aus der Katzenzeitschrift:
KATZEN-EXTRA
NIERENERKRANKUNGEN - WISSENSWERTES
Zusammengestellt aus Fachzeitschriften & veterinärmedizinischen Fachbüchern. Als Orientierungshilfe für interessierte Katzenbesitzer gedacht. Eine Gewährleistung für die Richtigkeit der Angaben wird nicht übernommen. Ich hoffe dennoch, dass diese Angaben hilfreich und nützlich sein können.
