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HARNWEGSERKRANKUNGEN BEI DER KATZE

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Als Harnwege werden die Organe vom Nierenbecken über die Ureteren und die Blase bis einschließlich zur Harnröhre bezeichnet. Die Harnwege werden funktionell unterteilt:
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- obere Harnwege: Nierenbecken & Ureteren
- untere Harnwege: Harnblase & Harnröhre
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HARNGEWINNUNG BEI DER KATZE KANN AUF 3 ARTEN GESCHEHEN:

1. Spontan abgesetzter Harn (bevorzugt aus dem Mittelstrahl) eignet sich für "Screening" Untersuchungen.
Tipps zur spontanen Harngewinnung: Katzenklo ohne Streu(was etwas Geduld erfordert), Glaskügelchen(Laborbedarf) Reis und Aquariumkies saugen den Urin nicht auf oder Spezialstreu wie z.B. Katkor http://www.katze-und-du.at/pharma/vetmed2048.htm

2. Die urethrale Katheterisierung ist die sicherste Methode zur Harngewinnung. Solche Harnproben sind für bakteriologische Untersuchungen geeignet.

3. Die Zystozentese ist die beste Methode zur Harngewinnung. Sie wird der Katheterisierung vorgezogen, da keine neue Bakterien in die Harnblase eingeführt werden. Die Interpretation von Sediment und Harnbakteriologie ist sehr genau und wird nicht durch Kontamination gestört.
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URSACHEN FÜR HARNWEGSERKRANKUNGEN KÖNNEN SEIN:
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- infektiöse Entzündungen: viral: z.B. FUS, feline Caliciviren, Herpesviren und synzythienbildende Viren

- bakteriell: z.B. Staphylokokken, Streptokokken, Escherichea coli, Pasteurellen, Pseudomonas, Proteus, Enterobacter, Klebsiellen und Mykoplasmen?

- mykotisch: vorausgegangene Antibiotikabehandlung & auch Kortiosteroidbehandlung begünstigt die Pilzerkrankung (z.B.Candida)

- parasitär: Capillaria feliscati Parasiten (in der Schleimhaut des Harntraktes)

- nichtinfektiöse Entzündungen:Ursache unklar: traumatisch, toxisch, medikamentös, immunogen?

- Konkremente: Urolithiasis, Harnsteine, Harngriesorganische Präzipitate

- Anatomische Veränderungen (angeboren): Divertikel, Fisteln, Phimose, Uterus masculinuserworben: traumatisch, Strikturen, iatrogen

- Neoplasien: malignes Lymphom, Kazinome, Hämangiosarkom, Fibrom Leiomyom, Papillom, Prostatakarzinom

- diopathisch: idiopathisch (aus sich selbst entstanden) ohne erkennbare unbekannte Ursache
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STRUVITSTEINE
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Bei der Katze bestehen mehr als zwei Drittel der Harnsteine aus Magnesium - Ammonium - Phosphat (Struvit, Tripelphosphat).

Lange Zeit wurde vermutet, dass das Entstehen der Harnsteine durch Bakterien begünstigt wurde. Jedoch wurden selten Bakterien bei den betroffenen Katzen gefunden. Natürlich kann eine Störung der natürlichen Abwehrkräfte bakterielle Infektionen sekundär begünstigen. Die Ätiologie bleibt daher meist ungeklärt. Des Weitern gibt es Berichte, denen zu Folge Freigängerkatzen seltener als Wohnungskatzen erkranken. Möglicherweise spielen die Futtergewohnheiten und eine zu geringe Wasseraufnahme eine Rolle. Hierin könnte eine Ursache für die Alkalisierung des Harns liegen.

DURCH ANSÄUERN DES URINS LASSEN SICH IN DER REGEL STRUVITSTEINE SEHR GUT AUFLÖSEN

- Ansäuerung des Urins (ph-Wert 6,0 bist 6,5) Zur Diätetik stehen Fertigfuttermittel zur Verfügung oder:

KIENZLE (1991) empfiehlt zur Auflösung STEINAUFLÖSUNG (%) / Prophylaxe (%):
Fisch (frischen Dorsch)(25)/(23), Rindfleisch(Keule) (12) / (11), Rinderleber (2) / (2), Trockenhefe (1) / (1), gekochter Reis (36) / (32), rohe Kartoffelstärke (10) / (8) (nicht mit Wasser oder Fett erhitzen), Wasser (11,8) / (20,6), Phosphorsäure 10%ig(1,2) / (0,2), CaCI2 (1)/ (0,2)
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OXALATSTEINE
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Die Gefahr an Oxalatsteinen zu erkranken, ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.

Die Ursache liegt wahrscheinlich darin, dass über die Gabe des Futters, regelmäßige ansäuernde Medikamente zur Prophylaxe von Struvitsteinen zugeführt wurden. Es kommt nicht selten nach Abheilung von Struvitsteinen zur Erkrankung von Oxalatsteinen.

VORHANDENE OXALATSTEINE LASSEN SICH NICHT AUFLÖSEN

Die einzige Therapie derzeit ist die OPERATIVE ENTFERNUNG und es ist abzuwägen, ob der Eingriff nicht die größere Belastung darstellt, denn Oxalatsteine können symptomlos jahrelang im Nierenbecken bleiben. Nach Entfernung der Steine sollten Maßnahmen ergriffen werden, um eine weitere Steinbildung zu verhindern:

- diätische Maßnahmen (schwer durchführbar)

- Kaliumzitrat (soll die Kristallisation von Kalziumoxalat durch Bildung löslicher Kalziumsalze verhindern)

- Vitamin B6 (Pyridoxin steigert die Bildung von Glyxin & weniger Oxalat im intermediären Stoffwechsel gebildet), Vitamin C & Vitamin D (erhofft man sich günstige Wirkungen)

- Diurese (Harnausscheidung)
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AMMONIUMURATSTEINE/PURINSTEINE
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STEINAUFLÖSUNG IST NICHT BEKANNT

Bei klinischen Symptomen müssen sie operativ entfernt werden. Zur Prophylaxe weiterer Steinbildung sollten purinarme Nahrungsmittel gegeben werden. Innereien wie z.B. Leber sind zu vermeiden. Der Urin sollte um den amphoteren pH-Wert (pH=7) liegen. Die Harnmenge sollte erhöht sein (Kochsalzgabe,Diuretika).
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CALZIUMPHOSPHATSTEINE
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STEINAUFLÖSUNG NUR OPERATIV MÖGLICH

Es sollte auf die verstärkte Ausscheidung von Kalzium durch Steigerung der Diurese (Harnausscheidung) mittels Furosemid verzichtet werden.
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LINKS
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http://www.lollobollo.de
http://www.loetzerich.de

http://www.medizinfo.de
http://www.katzen-life.de
ttp://www.labor-arndt-partner.de