Die allgemeinen Merkmale der Mackerel-Zeichnung gelten auch hier, bis auf die folgenden Ausnahmen:
- die Halsketten sind vorne unterbrochen (nicht bei anderen Spotted-Rasse
- die Ringe an den Beinen und am Schwanz können unterbrochen sein oder sind sogar in Tupfen aufgelöst
- der oder die Aalstriche sind bis zu den Hüften zumindest in verlängerte Tupfen aufgelöst (bei anderen Spotteds mindestens bis zur Körpermitte)
- die Mackerel-Streifen sind vollständig in Tupfen aufgelöst, sie müssen auf den beiden Flanken jedoch nicht identisch gezeichnet sein
Bleiben wir bei der Zeichnung und deren Genetik.
Bei den anderen getupften Rassen gibt es alle möglichen Übergänge zwischen Mackerel, unterbrochenem Mackerel (kurze Streifen) und Tupfen. Überhaupt zeigt Mackerel immer
eine natürliche Tendenz aufzubrechen. Des weiteren gibt es große Unterschiede zwischen Form, Größe und Abstand der Tupfen (Vergleiche Mau und Ocicat).
Diese Tatsachen lassen darauf schließen, daß es sich hier nicht um ein weiteres mutiertes Allel des Tabbygens handelt.
Gute getupfte Katzen, egal welcher Rasse, erreicht man nur durch konsequente Linienzucht.
Das haben wir doch schon einmal gehört. Richtig! Polygen veranlagte Merkmale werden durch Linienzucht stabilisiert.
Aber es könnte auch ein unabhängiges Gen (Sp für spotted) sein das in homozygoter Form (Sp/Sp oder sp/sp) epistatisch das Aufbrechen der beiden Tabby-Varianten "mackerel" und
"classic" bewirkt. Denn die Reinhaltung von Homozygotien, insbesondere der rezessiven Form, bedarf ebenso der Linienzucht.
Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Für uns bleibt nur die Tatsache, daß spotted genetisch entweder Mackerel-Tabby oder Classic-Tabby ist, wobei die Streifen oder Bänder entweder polygenetisch oder epistatisch durch eine bestimmte
Allelenkombination eines unabhängigen Gens zu Tupfen unterschiedlicher Form und Größe aufgebrochen werden.
Interessant ist, daß die deutlicher getupften Katzen immer zur Silber-Gruppe gehören, also den Melanin-Inhibitor (I) tragen.
Ich habe schon beschrieben, daß der Farbstoffeinbau durch dieses Allel besonders stark in den weniger pigmentierten Bereichen behindert wird, nämlich im Agouti-Untergrund zwischen den Streifen und dort,
wo die Streifen bereits aufgebrochen sind oder gerade aufbrechen.
Die natürliche Neigung der Mackerel-Streifen, in Punkte aufzureißen, wird durch die übergreifende Wirkung des Inhibitor-Allels akzentuiert. Der Einfluß von Polygenen oder die epistatische
Wirkung eines hypothetischen Spotted-Gens potenziert diesen Effekt, daher zeigen silberne Spotted-Varianten (wie z.B. chocolatesilver-mackerel-spotted) einen deutlich höheren Kontrast als nicht-silberne
Farben (wie z.B. (black-)mackerel-spotted).
Das zeigt uns aber auch, daß es sich nicht um ein "Spotted-Allel" des Tabby-Gens handeln kann, sondern daß ein weiterer unabhängiger Einfluß vorliegen muß. Ob dieser polygener
oder epistatischer Natur ist, diese Frage müssen leider im Augenblick noch offen lassen.
Fazit für uns: Nichts Genaues weiß man nicht!
Wir können jetzt nur festhalten, daß die Spotted-Varianten genau den gleichen Genotyp haben wie die entsprechenden Tabby-Varianten.
Wir brauchen also keine neue Tabelle, sondern wir ersetzen in TABELLE 2 lediglich "-tabby" durch "-spotted".
Das ist zwar als Ergebnis für die vorliegende gründliche Auseinandersetzung mit dem Kapitel "getupfte Katzen" nicht besonders befriedigend, aber es funktioniert.
Das nächste Mal kommen endlich die schon mehrfach angekündigten "Roten". Das wird zwar auch nicht einfacher werden, aber im Ergebnis sicher befriedigender, weil man über den genetischen Hintergrund eindeutigere Aussagen machen kann.
Dann gibt’s auch wieder eine neue Tabelle mit vielen neuen Genotypen.